Aufstiegserlaubnis 2009

Nach­fol­gend fin­dest du eine bar­rie­re­ar­me HTML-Wie­der­ga­be der Auf­stiegs­er­laub­nis für das Mo­dell­flug­ge­län­de Leip­zig-Holz­hau­sen vom 7. Sep­tem­ber 2009.

Of­fen­sicht­li­che Sc­an­feh­ler, Wort­tren­nun­gen und Schreib­feh­ler wur­den re­dak­tio­nell be­rei­nigt. In­halt­lich maß­geb­lich bleibt aus­schließ­lich der un­ter­schrie­be­ne Ori­gi­nal­be­scheid ein­schließ­lich La­ge­plan.

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Erweiterung und Neufassung der Aufstiegserlaubnis

Aus­stel­len­de Be­hör­de: Lan­des­di­rek­ti­on Dres­den, Re­fe­rat Luft­ver­kehr und Bin­nen­schiff­fahrt

Da­tum: 7. Sep­tem­ber 2009
Ak­ten­zei­chen: 39–3846.1–5/Holzhausen
Er­laub­nis vom: 30. Juni 2004
An­trag vom: 7. Au­gust 2009

Ge­mäß § 16 Abs. 1 und 4 Luft­ver­kehrs-Ord­nung (Luft­VO) in Ver­bin­dung mit § 29 Abs. 1 Luft­ver­kehrs­ge­setz (LuftVG) wird die be­stehen­de Er­laub­nis er­wei­tert und neu ge­fasst.

Er­laub­nis­in­ha­ber Mo­dell­flug­ver­ein Leip­zig-Holz­hau­sen e.V.
Um­fang der Er­laub­nis
  • Auf­stieg von Flug­mo­del­len ohne Ver­bren­nungs­mo­to­ren bis ma­xi­mal 25 kg Ge­samt­mas­se.
  • Auf­stieg von Flug­mo­del­len mit Ver­bren­nungs­mo­to­ren bis ma­xi­mal 25 kg Ge­samt­mas­se.
  • Ma­xi­mal 83 dB(A)/25 m bei An­trieb durch Kol­ben­mo­tor.
  • Ma­xi­mal 95 dB(A)/25 m bei An­trieb durch Tur­bi­nen­trieb­werk.
Auf­stiegs­ort Ge­mar­kung Holz­hau­sen, Flur­stü­cke 192 und 193
All­ge­mei­ne Auf­stiegs­zei­ten Täg­lich von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr, je­doch höchs­tens bis Son­nen­un­ter­gang.
Flug­mo­del­le mit Ver­bren­nungs­mo­tor oder Tur­bi­nen­trieb­werk Werk­tags von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr.
Sonn- und fei­er­tags von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr so­wie von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr, je­doch höchs­tens bis Son­nen­un­ter­gang.
Be­fris­tung Die Er­laub­nis wird un­be­fris­tet er­teilt.

Die Er­laub­nis ist zur Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit des Luft­ver­kehrs so­wie zur Auf­recht­erhal­tung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit oder Ord­nung mit Ne­ben­be­stim­mun­gen und Hin­wei­sen ver­bun­den.

Die Kos­ten des Ver­fah­rens trägt der Er­laub­nis­in­ha­ber. Für den Be­scheid wur­den Kos­ten in Höhe von 20 Euro fest­ge­setzt.

Widerrufsvorbehalt und Vorbehalt weiterer Anordnungen

  1. Die Er­laub­nis wird un­ter dem Vor­be­halt des je­der­zei­ti­gen Wi­der­rufs er­teilt.

    Der Wi­der­ruf kommt ins­be­son­de­re in Be­tracht, wenn

    • nach­träg­lich Än­de­run­gen in recht­li­cher oder tat­säch­li­cher Hin­sicht ein­tre­ten, die zu Tat­sa­chen füh­ren, auf­grund de­ren die Er­laub­nis­be­hör­de die­se Er­laub­nis nicht er­teilt hät­te, wenn sie be­reits zum Zeit­punkt der Er­laub­nis­er­tei­lung be­stan­den hät­ten, zum Bei­spiel die Aus­wei­sung na­tur­schutz­recht­li­cher Schutz­ge­bie­te, die Er­rich­tung von Ver­kehrs- oder En­er­gie­an­la­gen im Ein­wir­kungs­be­reich des Mo­dell­flug­ge­län­des oder die Aus­wei­sung neu­er Wohn­ge­bie­te,
    • der Flug­be­trieb nach­weis­lich zu un­zu­mut­ba­ren Lärm­be­läs­ti­gun­gen führt und dies durch ge­eig­ne­te Ne­ben­be­stim­mun­gen nicht ver­mie­den wer­den kann,
    • fort­ge­setzt oder er­heb­lich ge­gen die Fest­le­gun­gen die­ses Er­laub­nis­be­schei­des oder sons­ti­ge ein­schlä­gi­ge Rechts­vor­schrif­ten ver­sto­ßen wird.
  2. Die mit dem Be­scheid er­teil­ten Ne­ben­be­stim­mun­gen sind ein­zu­hal­ten. Die Fest­le­gung wei­te­rer Ne­ben­be­stim­mun­gen und Be­schrän­kun­gen im In­ter­es­se der Si­cher­heit des Luft­ver­kehrs oder zur Auf­recht­erhal­tung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit oder Ord­nung, ins­be­son­de­re zum Schutz vor Lärm­be­läs­ti­gun­gen, bleibt vor­be­hal­ten.

Allgemeine Nebenbestimmungen

  1. Je­der Flug­mo­dell­steue­rer hat sich so zu ver­hal­ten, dass die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung, ins­be­son­de­re an­de­re Per­so­nen und Sa­chen so­wie die Ord­nung des Mo­dell­flug­be­trie­bes, nicht ge­fähr­det oder ge­stört wer­den.
  2. Wäh­rend des Flug­be­trie­bes ist das Auf­stiegs­ge­län­de mit ge­eig­ne­ten Mit­teln ge­gen ein Be­tre­ten durch Un­be­fug­te ab­zu­si­chern. Bei ei­ner grö­ße­ren An­zahl von Zu­schau­ern, ins­be­son­de­re bei Mo­dell­flug­ver­an­stal­tun­gen, sind nö­ti­gen­falls Ab­sperr­pos­ten ein­zu­set­zen.
  3. Es muss eine be­nutz­ba­re und flug­be­triebs­si­che­re Start- und Lan­de­bahn mit den Min­destab­mes­sun­gen von 100 × 20 m zur Ver­fü­gung ste­hen. Sie muss wäh­rend der Start- und Lan­de­vor­gän­ge frei von un­be­fug­ten Per­so­nen und be­weg­li­chen Hin­der­nis­sen sein.
  4. Der Auf­ent­halts­raum für Zu­schau­er und sons­ti­ge nicht ak­tiv am Flug­be­trieb be­tei­lig­te Per­so­nen, der Vor­be­rei­tungs­raum für die Flug­mo­dell­steue­rer so­wie ge­ge­be­nen­falls die Ab­stell­flä­che für Kraft­fahr­zeu­ge sind durch ei­nen min­des­tens 2,50 m ho­hen Si­cher­heits­zaun aus Ma­schen­draht oder ei­nem ver­gleich­ba­ren Ma­te­ri­al ab­zu­gren­zen. Der er­wei­ter­te Vor­be­rei­tungs­raum für die Flug­mo­dell­steue­rer kann durch ei­nen 2 m ho­hen Bau­zaun be­zie­hungs­wei­se ein Bau­netz ab­ge­grenzt wer­den. Der Flug­lei­ter hat si­cher­zu­stel­len, dass sich die nicht un­mit­tel­bar am Flug­be­trieb be­tei­lig­ten An­we­sen­den in­ner­halb die­ses Be­rei­ches auf­hal­ten.
  5. Als Flug­raum wird aus­schließ­lich der im bei­gefüg­ten La­ge­plan dar­ge­stell­te Be­reich zu­ge­las­sen. Fer­ner gilt:

    • Stra­ßen und Wege in­ner­halb des Flug­rau­mes dür­fen nicht un­ter 25 m über Grund über­flo­gen wer­den. Dies gilt nicht für Start- und Lan­de­vor­gän­ge, wenn si­cher­ge­stellt ist, dass sich auf dem be­tref­fen­den Wege- oder Stra­ßen­ab­schnitt auf min­des­tens 25 m Brei­te kei­ne Per­so­nen auf­hal­ten oder stö­ren­de Ge­gen­stän­de, zum Bei­spiel Kraft­fahr­zeu­ge, be­fin­den.
    • Zwi­schen dem Flug­mo­dell und Per­so­nen au­ßer­halb des Auf­stiegs­ge­län­des, zum Bei­spiel Spa­zier­gän­gern, muss stets ein aus­rei­chen­der Si­cher­heits­ab­stand ein­ge­hal­ten wer­den. Hier­bei sind auch Ge­wicht und Be­triebs­ver­hal­ten der Mo­del­le, ins­be­son­de­re Ge­schwin­dig­keit und Steue­rungs­fä­hig­keit, zu be­rück­sich­ti­gen.
    • Das An­flie­gen so­wie das Über­flie­gen von Per­so­nen und Tie­ren ist nicht zu­läs­sig. So­weit sich auf den Fel­dern in­ner­halb des Flug­rau­mes Per­so­nen auf­hal­ten, dür­fen die­se Fel­der nicht über­flo­gen wer­den.
  6. Bei Flug­be­trieb ist ein Wind­rich­tungs­an­zei­ger auf­zu­stel­len. Bei Wit­te­rungs­be­din­gun­gen, wel­che die Si­cher­heit des Mo­dell­flug­be­trie­bes teil­wei­se oder ganz be­ein­träch­ti­gen kön­nen, ist der Flug­be­trieb mo­dell­ty­pisch ein­zu­schrän­ken oder ge­ge­be­nen­falls voll­stän­dig ein­zu­stel­len.
  7. Die Flug­mo­del­le müs­sen wäh­rend der ge­sam­ten Flug­dau­er stän­dig vom Flug­mo­dell­steue­rer be­ob­ach­tet wer­den kön­nen. Sie ha­ben an­de­ren be­mann­ten Luft­fahr­zeu­gen stets aus­zu­wei­chen. Die Auf­stiegs­hö­he von 300 m GND darf nicht über­schrit­ten wer­den.
  8. Es dür­fen nur Funk­an­la­gen und Funk­fern­steue­rungs­an­la­gen ver­wen­det wer­den, die den für sol­che An­la­gen gel­ten­den Vor­schrif­ten ent­spre­chen. Beim Be­trieb die­ser An­la­gen sind die gel­ten­den Ver­fü­gun­gen der Bun­des­netz­agen­tur zu be­ach­ten.

    Bei An­zei­chen von Funk­stö­run­gen ist der Flug­be­trieb un­ver­züg­lich so lan­ge ein­zu­stel­len, bis die Stör­quel­le ein­deu­tig er­mit­telt und aus­ge­schal­tet wur­de. Soll­ten dau­er­haf­te oder wie­der­hol­te Funk­stö­run­gen auf­tre­ten, ist die Luft­fahrt­be­hör­de hier­über in Kennt­nis zu set­zen.

    Die Be­le­gung der Fre­quen­zen und der ge­nutz­ten Ka­nä­le der Funk­fern­steue­rungs­an­la­gen ist wäh­rend des Be­trie­bes durch eine Kenn­zeich­nung der Sen­der und durch An­zei­ge auf ei­ner Fre­quenz­ta­fel kennt­lich zu ma­chen.

    Dies gilt nicht für Funk­an­la­gen, bei de­nen bau­art­be­dingt bei ge­mein­schaft­li­cher Fre­quenz­nut­zung eine Be­ein­flus­sung des Emp­fän­gers durch un­zu­ge­hö­ri­ge Sen­der aus­ge­schlos­sen ist. Beim Be­trieb sind sol­che Funk­an­la­gen zur In­for­ma­ti­on der am Flug­be­trieb be­tei­lig­ten Pi­lo­ten ent­spre­chend zu kenn­zeich­nen.

  9. Bei Flug­be­trieb ist eine sach­kun­di­ge Per­son als Flug­lei­ter ein­zu­set­zen. Die­ser hat den Flug­be­trieb zu über­wa­chen und er­for­der­li­chen­falls ord­nend ein­zu­grei­fen. Wäh­rend der Flug­lei­ter­tä­tig­keit darf er selbst kein Mo­dell steu­ern.

    Die Auf­ga­ben und Be­fug­nis­se des Flug­lei­ters so­wie sei­ne Be­stel­lung sind in der Flug­ord­nung zu re­geln. Der Er­laub­nis­in­ha­ber kann in der Flug­ord­nung für nä­her zu be­stim­men­de Fäl­le der ge­rin­gen Nut­zung des Flug­ge­län­des Aus­nah­men von der Pflicht zur Be­stel­lung ei­nes Flug­lei­ters zu­las­sen.

    Bei Flug­be­trieb ohne Flug­lei­ter sind die er­for­der­li­chen Mo­dell­flug­buch­ein­tra­gun­gen vom Flug­mo­dell­steue­rer selbst vor­zu­neh­men.

    Es ist ein Mo­dell­flug­buch zu füh­ren. Dar­in sind die zeit­li­che Über­nah­me und Ab­ga­be der Funk­ti­on des Flug­lei­ters, die Vor- und Nach­na­men der Steue­rer, Be­ginn und Ende ih­rer Teil­nah­me am Flug­be­trieb so­wie die An­triebs­art der von ih­nen be­trie­be­nen Mo­del­le fest­zu­hal­ten.

    Au­ßer­dem müs­sen ge­ge­be­nen­falls be­son­de­re Vor­komm­nis­se, zum Bei­spiel Ab­stür­ze von Mo­del­len, Ver­let­zun­gen von Per­so­nen, Be­schä­di­gun­gen von Sa­chen, Flur­schä­den oder Be­schwer­den Drit­ter, auf­ge­führt wer­den. Die An­ga­ben sind vom Flug­lei­ter durch Un­ter­schrift zu be­stä­ti­gen.

    Das Mo­dell­flug­buch kann wei­te­re An­ga­ben ent­hal­ten. Ins­be­son­de­re kön­nen zur Ent­las­tung des Ver­eins­vor­stan­des bei mög­li­chen Ver­stö­ßen die ein­zel­nen Starts und Lan­dun­gen er­fasst wer­den.

    Das Mo­dell­flug­buch ist der Luft­fahrt­be­hör­de be­zie­hungs­wei­se der Po­li­zei auf Ver­lan­gen vor­zu­le­gen. Die Auf­zeich­nun­gen sind chro­no­lo­gisch für den Ge­samt­flug­be­trieb zu füh­ren und müs­sen min­des­tens zwei Jah­re auf­be­wahrt wer­den.

  10. Sämt­li­che Flug­mo­del­le mit Ver­bren­nungs­mo­to­ren und Kol­ben­an­trieb müs­sen mit ei­nem funk­ti­ons­tüch­ti­gen Schall­dämp­fer aus­ge­stat­tet sein, der dem je­weils neu­es­ten tech­ni­schen Ent­wick­lungs­stand ent­spricht.
  11. Je­des ein­ge­setz­te Flug­mo­dell mit Ver­bren­nungs­mo­tor ist un­ter den in An­wen­dung der vom Luft­fahrt-Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Lärm­vor­schrift für Luft­fahr­zeu­ge ge­nann­ten Mess­be­din­gun­gen zu ver­mes­sen. Über die Mes­sung ist ein Mess­pro­to­koll „Lärm­pass“ an­zu­le­gen.

    Das Mess­pro­to­koll muss min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

    • Be­zeich­nung des Mo­dells,
    • Art des Mo­tors,
    • Ma­te­ri­al, Blatt­an­zahl und Grö­ße der Luft­schrau­be (Durch­mes­ser × Stei­gung), so­weit vor­han­den,
    • ver­wen­de­ter Schall­dämp­fer,
    • er­mit­tel­te Mess­wer­te,
    • ver­ant­wort­li­cher Mess­be­auf­trag­ter.

    Die Mes­sung ist zu wie­der­ho­len, wenn am Flug­mo­dell we­sent­li­che, für die Ge­räusch­emis­si­on re­le­van­te Ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men wer­den, zum Bei­spiel eine an­ders­ar­ti­ge Luft­schrau­be ver­wen­det oder der Mo­tor aus­ge­tauscht wird, und nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass die­se Än­de­run­gen zu ei­ner Über­schrei­tung des zu­läs­si­gen ma­xi­ma­len Schall­pe­gels füh­ren kön­nen.

    Für die Durch­füh­rung der Mes­sung kann auch ein ge­eig­ne­ter, ein­fa­che­rer Schall­pe­gel­mes­ser als der in der Lärm­vor­schrift an­ge­ge­be­ne ver­wen­det wer­den.

    Die Mess­pro­to­kol­le sind beim Be­trieb der Flug­mo­del­le mit­zu­füh­ren und der Luft­fahrt­be­hör­de oder der Po­li­zei auf An­for­de­rung zur Ein­sicht vor­zu­le­gen.

  12. Der ma­xi­mal zu­läs­si­ge Schall­pe­gel bei Flug­mo­del­len mit Kol­ben­mo­tor darf nicht über­schrit­ten wer­den. Bei gleich­zei­ti­gem Ein­satz meh­re­rer Flug­mo­del­le ist fol­gen­de Er­hö­hung des Schall­pe­gels zu be­ach­ten:

    An­zahl Flug­mo­del­le Er­hö­hung des Schall­pe­gels
    2 Flug­mo­del­le 3 dB
    3 Flug­mo­del­le 5 dB
    4 Flug­mo­del­le 6 dB
    5 Flug­mo­del­le 7 dB
    6 Flug­mo­del­le 8 dB
  13. Das Flug­mo­dell und die beim Be­trieb ein­ge­setz­ten Hilfs­ge­rä­te, zum Bei­spiel Start­win­den, dür­fen nur in Über­ein­stim­mung mit den Be­triebs- und Si­cher­heits­hin­wei­sen des Her­stel­lers so­wie in­ner­halb der fest­ge­leg­ten Be­triebs­gren­zen be­trie­ben wer­den.
  14. Der Flug­be­trieb darf nur in An­we­sen­heit ei­ner Per­son durch­ge­führt wer­den, die er­folg­reich an ei­ner Un­ter­wei­sung in le­bens­ret­ten­den So­fort­maß­nah­men ge­mäß § 19 Fahr­erlaub­nis-Ver­ord­nung be­zie­hungs­wei­se in So­fort­maß­nah­men am Un­fall­ort ge­mäß § 126 der Ver­ord­nung über Luft­fahrt­per­so­nal oder an ei­ner Aus­bil­dung in Ers­ter Hil­fe teil­ge­nom­men hat. Es muss eine Ers­te-Hil­fe-Aus­rüs­tung zur Ver­fü­gung ste­hen, die zu­min­dest der für Per­so­nen­kraft­wa­gen vor­ge­schrie­be­nen Aus­rüs­tung ent­spricht.
  15. Un­fäl­le mit Per­so­nen- oder schwe­ren Sach­schä­den oder sons­ti­ge re­le­van­te Stö­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der Aus­übung die­ser Er­laub­nis sind in­ner­halb von drei Ta­gen der zu­stän­di­gen Luft­fahrt­be­hör­de an­zu­zei­gen.
  16. Das Auf­stiegs­ge­län­de muss bei Flug­be­trieb un­ge­hin­dert über Stra­ßen und Wege er­reich­bar sein, die für Kraft­fahr­zeu­ge ge­eig­net sind.
  17. Für das Auf­stiegs­ge­län­de ist eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung mit Min­dest­de­ckungs­sum­men von 200.000 Euro für Per­so­nen­schä­den und 20.000 Euro für Sach­schä­den ab­zu­schlie­ßen. Für Ver­an­stal­tun­gen ist eine Ver­an­stal­ter-Haft­pflicht­ver­si­che­rung mit Min­dest­de­ckungs­sum­men von 300.000 Euro für Per­so­nen­schä­den und 30.000 Euro für Sach­schä­den ab­zu­schlie­ßen. Die per­sön­li­che Ver­si­che­rungs­pflicht des Mo­dell­flie­gers ge­mäß § 102 Luft­ver­kehrs-Zu­las­sungs-Ord­nung bleibt un­be­rührt.
  18. Der Er­laub­nis­in­ha­ber hat eine Flug­ord­nung auf­zu­stel­len, die den in die­sem Be­scheid ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen, ge­ge­be­nen­falls wei­te­ren ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten so­wie den Er­for­der­nis­sen der Un­fall­ver­hü­tung Rech­nung trägt.

    Die Flug­ord­nung ist der Luft­fahrt­be­hör­de in­ner­halb von vier Wo­chen nach Zu­gang die­ser Er­laub­nis zur Ge­neh­mi­gung vor­zu­le­gen. Die Re­ge­lun­gen der mit dem Ge­neh­mi­gungs­ver­merk der Luft­fahrt­be­hör­de ver­se­he­nen Flug­ord­nung sind Be­stand­teil die­ser Er­laub­nis.

    Ver­stö­ße ge­gen die Re­ge­lun­gen der Flug­ord­nung kön­nen wie Ver­stö­ße ge­gen Ne­ben­be­stim­mun­gen die­ser Er­laub­nis be­han­delt wer­den.

  19. Die nach der Ver­eins­sat­zung ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Per­so­nen ha­ben da­für Sor­ge zu tra­gen, dass der Er­laub­nis­be­scheid und die Flug­ord­nung al­len Per­so­nen, die ak­tiv am Flug­be­trieb teil­neh­men, zum Bei­spiel Pi­lo­ten, Flug­lei­tern, Ab­sperr­per­so­nal und sons­ti­gen Hilfs­kräf­ten, ge­gen Un­ter­schrift be­kannt ge­ge­ben wer­den. Der Un­ter­schrifts­nach­weis ist dau­er­haft auf­zu­be­wah­ren und auf An­for­de­rung der Luft­fahrt­be­hör­de oder der Po­li­zei vor­zu­le­gen.
  20. So­fern im Ein­wir­kungs­be­reich des Mo­dell­flug­ge­län­des we­sent­li­che Än­de­run­gen ein­tre­ten, ist die Luft­fahrt­be­hör­de un­ver­züg­lich hier­über zu un­ter­rich­ten.

    Hier­zu zäh­len ins­be­son­de­re:

    • die Er­rich­tung von An­la­gen im Um­kreis von 500 m um das Auf­stiegs­ge­län­de, zum Bei­spiel Stra­ßen, Frei­lei­tun­gen oder Wind­kraft­an­la­gen,
    • Baum­pflan­zun­gen in­ner­halb des An- und Ab­flug­sek­tors,
    • die Aus­wei­sung neu­er Wohn- oder Bau­ge­bie­te in­ner­halb ei­nes Um­krei­ses von 1,5 km um das Auf­stiegs­ge­län­de,
    • die Aus­wei­sung von Schutz­ge­bie­ten im Ein­wir­kungs­be­reich des Auf­stiegs­ge­län­des, zum Bei­spiel Landschafts‑, Na­tur­schutz- oder Was­ser­schutz­ge­bie­te.

    Au­ßer­dem ist die Luft­fahrt­be­hör­de zu un­ter­rich­ten, wenn Än­de­run­gen hin­sicht­lich der pri­vat­recht­li­chen Nut­zungs­be­fug­nis oder im Ver­eins­vor­stand ein­ge­tre­ten sind.

Nebenbestimmungen für Flugmodelle mit Turbinenantrieb

  1. Die all­ge­mei­nen Ne­ben­be­stim­mun­gen gel­ten un­ein­ge­schränkt auch für den Be­trieb von Flug­mo­del­len mit Tur­bi­nen­an­trieb. Der Steue­rer ei­nes tur­bi­nen­ge­trie­be­nen Flug­mo­dells hat sich vor Auf­nah­me des Flug­be­trie­bes ins­be­son­de­re da­von zu über­zeu­gen, dass der im La­ge­plan fest­ge­leg­te Flug­sek­tor un­ter Be­rück­sich­ti­gung der je­wei­li­gen Flug­be­triebs­ei­gen­schaf­ten wie Ge­schwin­dig­keit, Ge­wicht und ae­ro­dy­na­mi­sche Ei­gen­schaf­ten aus­rei­chend für ei­nen si­che­ren Flug­be­trieb ist. So­fern der fest­ge­leg­te Flug­raum nicht aus­reicht, darf das Mo­dell auf dem Ge­län­de nicht be­trie­ben wer­den.
  2. Tur­bi­nen dür­fen nur in Ver­bin­dung mit ei­ner elek­tro­ni­schen Kon­troll­ein­heit (ECU) be­trie­ben wer­den, die eine Be­gren­zung der ma­xi­ma­len Ro­tor­dreh­zahl und der Ab­gas­tem­pe­ra­tur vor­nimmt.
  3. Vor In­be­trieb­set­zung der Tur­bi­ne muss ein ge­eig­ne­ter Feu­er­lö­scher, zum Bei­spiel ein CO₂-Lö­scher, in un­mit­tel­ba­rer Reich­wei­te zur Ver­fü­gung ste­hen. Au­ßer­dem ist am Flug­ge­län­de ein kon­ven­tio­nel­ler Feu­er­lö­scher durch den Steue­rer mo­bil, zum Bei­spiel im Pkw, be­reit­zu­hal­ten. Die Ein­satz­be­reit­schaft der Feu­er­lö­scher ist nach den Vor­schrif­ten des Her­stel­lers zu über­prü­fen.
  4. Die In­be­trieb­set­zung oder Test­läu­fe tur­bi­nen­be­trie­be­ner Mo­del­le dür­fen nicht im Park- und Auf­ent­halts­raum statt­fin­den. Die Tur­bi­ne ist mit dem Luft­ein­lauf ge­gen den Wind zu rich­ten. Wäh­rend der In­be­trieb­set­zung und des Be­trie­bes von Tur­bi­nen dür­fen sich kei­ne Per­so­nen im Ein­wir­kungs­be­reich des Ab­gas­strahls auf­hal­ten. In un­mit­tel­ba­rer Nähe des Trieb­werk­ein­laufs dür­fen sich kei­ne lo­sen Ge­gen­stän­de be­fin­den.
  5. Wird für den Start­vor­gang der Tur­bi­ne Flüs­sig­gas ver­wen­det, gilt wäh­rend der In­be­trieb­set­zung der Tur­bi­ne im na­hen Um­kreis um das Mo­dell Rauch­ver­bot.

Hinweise der Erlaubnisbehörde

  1. Für die ord­nungs­ge­mä­ße und si­che­re Durch­füh­rung des Flug­be­trie­bes nach den gel­ten­den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen so­wie den Ne­ben­be­stim­mun­gen die­ses Be­schei­des sind, un­be­scha­det der Ver­ant­wort­lich­keit des ein­zel­nen Flug­mo­dell­steue­rers, die nach der Ver­eins­sat­zung Ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten ver­ant­wort­lich.
  2. Durch die­se Er­laub­nis wer­den Rech­te Drit­ter nicht be­rührt. Sie er­setzt nicht die nach an­de­ren ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten er­for­der­li­chen öf­fent­lich- oder pri­vat­recht­li­chen Zu­stim­mun­gen, Ge­neh­mi­gun­gen oder Er­laub­nis­se, so­weit dies nicht ge­setz­lich vor­ge­se­hen ist. Ins­be­son­de­re kön­nen bau­recht­li­che Ge­stat­tun­gen er­for­der­lich sein.
  3. Zu­wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Ne­ben­be­stim­mun­gen die­ses Be­schei­des kön­nen nach den maß­geb­li­chen Buß­geld­vor­schrif­ten als Ord­nungs­wid­rig­keit ge­ahn­det und mit ei­ner Geld­bu­ße be­legt wer­den, so­weit sie nicht nach an­de­ren Vor­schrif­ten mit Stra­fe be­droht sind.
  4. Die Auf­stiegs­er­laub­nis ist per­so­nen­be­zo­gen. Von ihr kann da­her nur die un­ter Zif­fer 1 als Er­laub­nis­in­ha­ber an­ge­ge­be­ne Per­son Ge­brauch ma­chen. Ist der Er­laub­nis­in­ha­ber ein ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein, um­fasst die Er­laub­nis alle Mit­glie­der des Ver­eins. Dies kön­nen auch Ta­ges- oder Wo­chen­mit­glie­der sein, so­fern die ver­eins­in­ter­nen Re­ge­lun­gen dies zu­las­sen.
  5. Die Er­laub­nis­be­hör­de ist be­rech­tigt nach­zu­prü­fen, ob die Vor­aus­set­zun­gen, die für die Er­tei­lung der Er­laub­nis maß­ge­bend wa­ren, fort­be­stehen und ob der Flug­be­trieb ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führt wird. Sie kann die hier­für not­wen­di­gen Aus­künf­te ver­lan­gen, Über­prü­fun­gen durch­füh­ren und ge­ge­be­nen­falls wei­te­re Ne­ben­be­stim­mun­gen fest­le­gen.

Begründung des Bescheides

I. Ausgangslage und Antrag

Der Mo­dell­flug­ver­ein Leip­zig-Holz­hau­sen e.V. war be­reits In­ha­ber ei­ner mit Be­scheid vom 30. Juni 2004 und mit Ver­län­ge­rungs­be­scheid vom 3. Juli 2006 er­teil­ten un­be­fris­te­ten Er­laub­nis zum Auf­stieg von Flug­mo­del­len auf dem Mo­dell­flug­ge­län­de Holz­hau­sen.

Mit E‑Mail vom 7. Au­gust 2009 stell­te der Er­laub­nis­in­ha­ber, ver­tre­ten durch den da­ma­li­gen Vor­stands­vor­sit­zen­den Den­ny Woogk, den An­trag auf den Be­trieb der neu­en Fern­steue­rungs­tech­nik im 2,4‑GHz-Bereich so­wie auf Er­wei­te­rung des Um­fangs der Auf­stiegs­er­laub­nis für Flug­mo­del­le mit Tur­bi­nen­an­trieb.

Seit dem 13. Fe­bru­ar 2006 gal­ten neue Grund­sät­ze des Bun­des und der Län­der für die Er­tei­lung der Er­laub­nis zum Auf­stieg von Flug­mo­del­len ge­mäß § 16 Luft­VO.

II. Prüfung der Erweiterungen

Die Lan­des­di­rek­ti­on Dres­den war für die Er­tei­lung der Auf­stiegs­er­laub­nis sach­lich und ört­lich zu­stän­dig.

Im Ver­fah­ren war nicht er­neut die grund­sätz­li­che Er­laub­nis­fä­hig­keit des Mo­dell­flug­be­trie­bes zu prü­fen, da die­se be­reits im Ver­fah­ren zum Er­lass der bis­he­ri­gen Auf­stiegs­er­laub­nis po­si­tiv fest­ge­stellt wor­den war. Zu prü­fen wa­ren die be­an­trag­ten Er­wei­te­run­gen.

Die Nut­zung der Fern­steue­rungs­tech­nik im 2,4‑GHz-Bereich wird durch Num­mer 8 der all­ge­mei­nen Ne­ben­be­stim­mun­gen ab­ge­deckt. Da­nach dür­fen nur Funk­an­la­gen und Funk­fern­steue­rungs­an­la­gen ver­wen­det wer­den, die den für sol­che An­la­gen gel­ten­den Vor­schrif­ten ent­spre­chen.

Die Er­wei­te­rung der Auf­stiegs­er­laub­nis für Flug­mo­del­le mit Tur­bi­nen­an­trieb war mög­lich, wenn die Im­mis­si­ons­wer­te nach der Sport­an­la­gen­lärm­schutz­ver­ord­nung ein­ge­hal­ten wer­den.

Das rei­ne Wohn­ge­biet der Ge­mein­de Baals­dorf be­fin­det sich nach der Be­grün­dung des Be­schei­des in ei­ner Ent­fer­nung von etwa 1.250 m vom Flug­ge­län­de­be­zugs­punkt. Mit den fest­ge­leg­ten höchst­zu­läs­si­gen Schall­pe­geln von 83 dB(A)/25 m für Mo­del­le mit Kol­ben­mo­tor und 95 dB(A)/25 m für Mo­del­le mit Tur­bi­nen­trieb­werk wer­de der zu­läs­si­ge Emis­si­ons­pe­gel ein­ge­hal­ten.

Der Er­laub­nis­be­scheid wur­de mit der Än­de­rung neu ge­fasst und an den da­mals bun­des­ein­heit­lich ver­wen­de­ten Mus­ter­be­scheid an­ge­passt. Da­mit soll­te si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Ne­ben­be­stim­mun­gen und Be­schrän­kun­gen dem da­ma­li­gen Er­kennt­nis­stand ent­spre­chen und zur Ab­wehr von Ge­fah­ren für die öf­fent­li­che Si­cher­heit, die öf­fent­li­che Ord­nung und den Luft­ver­kehr er­for­der­lich, ge­eig­net und aus­rei­chend sind.

Kostenfestsetzung und Rechtsbehelfsbelehrung

Für den Be­scheid wur­de nach den da­mals gel­ten­den luft­ver­kehrs­recht­li­chen Kos­ten­vor­schrif­ten eine Ge­bühr von 20 Euro er­ho­ben.

Ge­gen den Be­scheid konn­te in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Be­kannt­ga­be schrift­lich oder zur Nie­der­schrift Wi­der­spruch bei der Lan­des­di­rek­ti­on Dres­den ein­ge­legt wer­den.

Voll­stän­di­gen Ori­gi­nal­be­scheid an­se­hen